Verhaltenstherapie

Was ist Verhaltenstherapie?

Verhaltenstherapie (VT) ist eine wissenschaftliche Form der Psychotherapie mit belegtem positivem Wirkungsprofil bei den meisten psychischen und psychosomatischen Störungen sowie bei zahlreichen körperlichen Erkrankungen.

Bei der Verhaltenstherapie handelt es sich um ein psychotherapeutisches Verfahren, das an der aktuellen Problemlage und an den gegenwärtigen Lebensumständen des Patienten ansetzt und hierbei die individuelle Lebensgeschichte und die bisherigen Lernerfahrungen mit einbezieht. Es wird davon ausgegangen, dass Veränderungen – und somit die Verringerung von Symptomen – vor allem durch den Prozess des Umlernens stattfinden. Wenn man aber etwas gelernt hat, kann man es auch wieder verlernen. Bei ausreichend Mut und Motivation können in einer Therapie zunehmend neue Erfahrungen gemacht werden, die zu neuen Gedanken, Einstellungen und Verhaltensweisen führen. Man lernt quasi neu !

Von großer Bedeutung sind in der Verhaltenstherapie die Gedanken. Sehr häufig werden psychische Störungen durch nicht hilfreiche, übertriebene oder katastrophisierende Gedanken beeinflusst, derer man sich meistens nicht einmal bewusst ist.

Ein vereinfachtes Beispiel: Zwei Menschen erleben dieselbe Situation, z.B. sie bewerben sich beide um eine Arbeitsstelle. Beide erhalten eine ablehnende Nachricht.

Der erste Bewerber hat daraufhin vielleicht folgende Gedanken: “Es gab viele Bewerber und es konnte nur eine Stelle vergeben werden. Vielleicht war der erfolgreiche Bewerber dem Personalchef privat empfohlen worden. Hoffentlich hat meine nächste Bewerbung mehr Erfolg.”

Der zweite Bewerber denkt vielleicht ganz anders: “Ich habe die Ablehnung fast erwartet. Wahrscheinlich waren alle Mitbewerber besser als ich. Das war ein weiterer Beweis dafür, dass aus mir nie etwas wird. Ich werde niemals einen guten Job bekommen. Ich bin nichts wert, mein Leben ist sinnlos.”

Dieses etwas überspitzte Beispiel zeigt deutlich, dass es vollkommen unterschiedliche Wege gibt, ein negatives Erlebnis zu verarbeiten. In der Verhaltenstherapie werden derartige nicht hilfreiche Gedanken bewusst gemacht und mit Hilfe verschiedener Techniken und Strategien, können derartige Gedanken langsam verändert werden. Auch die dahinter liegenden – durch Lern- und Lebenserfahrungen geprägten – Einstellungen können so langfristig angegangen werden. Es werden somit langfristig alternative Denk- und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet.